[brp/anne/becks.] Am Samstag dem 12.07.08 ereignete sich die in der alternativen Szene beliebte Schlauchboottour in Erfurt. Anders als in den Vorjahren wurde das Event jedoch von Nazi-Hooligans und Polizei gewaltsam gestört.
Pöbeleien durch Mitglieder der extrem rechten "KEF" (Kategorie Erfurt) provozierten bereits am Treffpunkt vor dem Bahnhof: "Erst machen wir das Besetzte Haus platt, dann den ganzen Rest!" Den Drohungen folgten Taten: Beim Eintreffen der TourteilnehmerInnen an der Krämerbrücke formierten sich zirka 25 Schläger. Die Punks, Antifas und Alternativen begannen sich mit Flaschen und Paddeln gegen den Angriff zu wehren.
Es dauerte nicht lang bis die Polizei eintraf. Diese befand sich bereits in Bereitschaft, um das neue Alkoholverbot in der Öffentlichkeit durchzusetzen. Statt die Täter zu verfolgen, schlugen sie mit Schlagstöcken auf die Angegriffenen ein.
Die Vorkommnisse bleiben nicht unbeantwortet: Am darauf folgenden Tag trafen sich rund 200 Menschen, um den Betroffenen ihre Solidarität zu zeigen und deutlich zu machen, dass sie dem gegenwärtigen Treiben in Erfurt entschlossenen Widerstand entgegen bringen werden.
Laut AG17 – einer Erfurter Antifagruppe – häufen sich die gewaltsamen Angriffe: „Eine derartige Gewalteskalation war vorhersehbar. Die Drohungen aus der Nazi-Hooligan-Szene rund um die Vereinigungen "Inferno Windisch" und "Kategorie Erfurt" häuften sich [...]. Das Jugendbüro der "LINKE" RedroXX wurde mehrfach angegriffen und es kam immer öfter zu Pöbeleien am Jugendtreff hinter der Krämerbrücke, an denen KEF-ler beteiligt waren. Schon im Frühjahr kam es zu Überfällen auf Punks in der Innenstadt mit Schwerverletzten durch Nazi-Hools."