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Fest der Völker 2008 in Altenburg |
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Seite 1 von 13 Altenburg/Thüringen. (BSE/Anne/Becks) Ein breites Bündnis von mehr als 1000 Bürgern und Antifas blockierte und verteidigte am Samtag, den 13. September 2008 die vermeintlich wehrlose Stadt Altenburg im Osten Thüringens. Nachdem die Feste in Jena bereits zwei Mal kurz vor dem Scheitern standen, verlegten die Anmelder André Kapke und Ralf Wohlleben (beide NPD) das Fest aus Jena nach AltenburgDort erhofften sie sich einen wesentlich geringeren Widerstand und somit eine gesicherte Einnahme für die Parteikasse. Doch mehr als 1500 Menschen stellten sich dem aktiv entgegen und bescherten den Nazis eine erschwerte Anreise und zwei Stunden Verzögerung.
Kurz nach Sonnenaufgang neun Uhr, und scheinbar lange bevor die Polizei auf Gegenaktivitäten eingestellt war, saß bereits der erste Blockadefinger des Aktionsnetzwerks Jena auf der Kauerndorfer Allee/Ecke Elli-Wiesel-Straße. Bereits kurze Zeit später stieß der orangene Finger dazu und verstärkte zunächst die Blockade. Die Polizei karrte zwar Anfangs ein paar Hunde und eine Hundertschaft an, entschied sich dennoch dagegen gegen die friedliche Blockade vorzugehen.
Gegen 9.30 Uhr setzte sich dann die Kundgebung aus dem Südosten über die Offenburger Allee in Richtung Kauerndorfer Allee in Bewegung. Generell kam mehr und mehr Bewegung in das sonst ruhige Städtchen, was dazu führte das auch die Polizeikräfte mehr zu rotieren begann. Dennoch fiel es ihnen offensichtlich schwer die verschiedenen Bewegungen nachzuvollziehen oder zu kontrollieren. Dies ermöglichte mehreren Fingern die gleichzeitige Besetzung verschiedener strategischer Punkte. Kurz nacheinander waren die Kauerndorfer Allee/Ecke Zeitzer Straße, die Kauerndorfer Allee/Ecke Offenburger Allee und die Bahnunterführung nah dem Kundgebungsplatz blockiert.
Die Einsatzleitung konzentrierte sich darauf die Anreiseroute der Nazis freizuräumen und hetzte das bayrische USK auf die Blockade in der Unterführung. Auch weitere Blockaden auf den noch übrigen Zufahrtswegen wurden ohne viel Diskussion geräumt. Einige Blockaden konnten nur durch die gezielte Polizeitaktik und, entgegen der Absprachen im Vorfeld, unter massiven Einsatz von Gewalt umgangen/durchdrungen werden. So knüppelte TeamGreen beispielsweise in der Levystraße brutalst in die Mitte der Blockade, um die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und dann die Nazis in einem Spalier am Rand vorbeizulotsen. An dieser Stelle machten sie auch nicht Halt davor auf Sitzende mit Pfefferspray und Tonfas loszugehen. Weitere Versuche die unzähligen Seitenstraßen zu besetzen, wurden durch schwarze Polizeitrupps lautstark eingeschüchtert und massiv unterbunden.
Fazit: Zwar konnte das Fest der Völker III nicht verhindert werden, doch wurde eine heitere, ungestörte Zusammenkunft enorm gestört. Es wird vor allem der Polizei zu verdanken sein, dass auch der Letzte der schätzungsweise 1200 Faschisten anreisen konnte. Fraglich wird bleiben, inwiefern die Absprachen nach Gewaltfreiheit zwischen dem Netzwerk und der Polizei eingehalten wurden und ob der Einsatz und die Qualität der Polizeigewalt gerechtfertigt und notwendig war. Die hohe Anzahl von Verletzungen, von blauen Flecken über Platzwunden bis hin zu einem Schlüsselbeinbruch, spricht wohl eher dagegen.
BlackRedPress










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