(brp/anne.)Die vierte Aktion innerhalb weniger Wochen verdeutlicht die brisante Lage des HausbesetzerInnen-Projektes in Erfurt. Nachdem das Gelände von einer Mühlhäuser Immobilienfirma gekauft wurde, könnten die AktivistInnen nun kurz vor dem Ende ihrer jahrelangen Aufbauarbeit stehen. Der neue Eigentümer Golla stellte den BesetzerInnen zum Ende des Monats Oktober das Wasser ab. Dagegen protestierten zahlreiche AktivistInnen mit einer zirka 250 Meter langen symbolischen Wasserkette von der Krämerbrücke bis zum Fischmarkt. Die Menge an engagierten Menschen, die sich am 28. Oktober an der Aktion beteiligte, machte den InitiatorInnen im Hinblick auf die nächsten Wochen Mut.
Bei der Wahl ihrer Protestmittel zeigen sich die BesetzerInnen bereits jetzt äußerst kreativ. Die Palette des passiven Widerstandes reicht von Straßentheater, über Straßenbahnbesetzung bis hin zur Einnahme öffentlichen Raumes durch Wohnzimmereinrichtung.
Am 22. November 2008 wird den BürgerInnen Erfurts durch eine Demo die Dringlichkeit der Lage des HausbesetzerInnen-Projekts in der Rudolstädter Strasse 1 verdeutlicht. „Hände weg vom Besetzten Haus“ heißt das Motto jener überregionalen Protestveranstaltung. Die kämpferische Rhetorik dürfte den Verantwortlichen EntscheidungsträgerInnen der Stadt verdeutlichen, dass die Räumung eines etablierten linken Freiraumes nicht ohne Widerstand von statten gehen kann. Die Antifagruppe AG17 kommentierte die Bedrohung des von ihnen genutzten Hauses mit den Worten: „Kämpfe um Besetzte Häuser und Projekte waren schon immer auch politische und soziale Kämpfe, in denen sich die Mittel nicht daran messen lassen, was erlaubt und verboten ist sondern was angemessen und angebracht ist.“